Donnerstag, 3. Dezember 2015

Buchvorstellung: Verschlüsse perfekt genäht

(Hinweis: wer direkt zu meinem Projekt möchte, scrollt sich nach unten durch ;-)


Quelle: Coverdownload Stiebner Verlag München

VERSCHLÜSSE PERFEKT GENÄHT
Mizuno, Yashiko
Lieferbar seit:2015 in deutscher Fassung
78 S. , über 400 Abb.
mit Schnittmusterbogen in Originalgröße
Format: 19 x 25,7 cm
Broschur m. Schutzumschlag
Stiebner Verlag
ISBN: 978-3-8307-0940-4
€ 22,00 [D] € 22,70 [A]


Zur Autorin

Mizuno ist Designerin und hat am berühmten Bunka Fashion College in Tokyo studiert. Sie liebt das Nähen und hat somit ihr Hobby zum Beruf gemacht, schreibt viele Artikel für Zeitschriften und hat schon einige Bücher herausgegeben. Nun hat der Stiebner Verlag München wieder ein Buch von ihr ins Deutsche übersetzt und verlegt.

Zum Inhalt

Das Buch beinhaltet eine Vielzahl von Verschlüssen, von einem Blusenverschluss bis hin zum Hosenreißverschluss wird alles der Reihe nach  vorgestellt und beschrieben. Bereits im Inhaltsverzeichnis kann man sehen, welche Verschlussart mit welchem Projekt vereint wurde und neben der eigentlichen Vorstellung der Verschlussart wird sogleich auf die vorhandene Nähanleitung zum Schnitt verwiesen. 


Rezension

Das Buch ist, wie alle japanischen Nähbücher, klar strukturiert und handelt eine nach der anderen Verschlusstechnik sauber ab. Ohne viel Schnörkel werden auf den ersten Seite die unterschiedlichen Verschlüsse kurz vorgestellt und in ihrer Art erklärt. Zu jeder Verschluss-art wurde bereits hier ein Bild des jeweiligen Projektes eingefügt. So bekommt der Leser bereits hier die Möglichkeit, das Endergebnis zu bewundern und sich für ein Projekt zu entscheiden. Am Ende jeder Erklärung ist dann nochmals der Hinweis auf die Seite, auf der sich die Projektbeschreibung befindet.



Im Anschluss an die Vorstellung der Verschlüsse sind die Anleitungen zu den jeweiligen Kleidungsstücken. Diese sind kurz und bündig, aber dennoch umfangreich bebildert und beschriftet im Buch dargestellt. Jeder einzelne Arbeitsschritt ist mit Bildern hinterlegt, so dass man die Möglichkeit hat, die Projekte erfolgreich nachzuarbeiten. In Ergänzung zu den jeweiligen Schnittmustern sind in extra Bildserien die Verschlüsse erklärt, auf diese Erklärungen wird dann in den Projekten extra hingewiesen. Zu Beginn jeder Anleitung ist eine Materialliste zusammengestellt und außerdem der Hinweis, auf welcher Seite des Schnittmusterbogens sich die zu verwendeten Schnittteile befinden. Außerdem gibt es noch einen kurzen Nähablauf, der knapp aber inhaltlich vollumfänglich dargestellt wird.





Auf der vorletzten Seite des Buches ist eine Referenzgrößentabelle abgedruckt, die dem Leser die Möglichkeit gibt, einzuschätzen, welche Größe für ihn passend ist. Man erhält im Buch den Hinweis, dass es sich bei den Schnittmustern um Originale aus Japan handelt und dort beispielsweise von einer Körpergröße von 1,60 m ausgegangen wird. In den deutschen Schnittmustern ist die Standard-Körpergröße z.B. 1,68 m. 

Zuletzt befinden sich noch die Schnittmusterbögen, in Originalgröße, in der Umschlagseite.

Mein Projekt

Ich glaube, ich habe das Buch gefühlt 10 Mal durchgeblättert, bevor klar war, welches Schnittmuster es diesmal sein sollte. 



Ich habe mir vorgenommen, bei jedem Rezensionsbuch ein Projekt nachzuarbeiten, um euch hier meine persönlichen Erfahrungen mit den Büchern mit auf den Weg zu geben. 



Ich schwankte lange zwischen Projekt 5 und 6, einmal eine Fleecejacke (nennt sich im Buch Kapuzenpulli) und dann dieser Nylonparka. Ich weiß nicht, ob es der geniale Stoff war, der von den Machern des Buches verwendet wurde, ober aber einfach nur der Reiz, so endlich die erste Jacke zu nähen.







Ja, es ist wirklich meine erste richtig Jacke (sehen wir mal von der Lutterloh-Jacke zum Kostümchen mit Knopfleiste ab). Und ich kann sagen, ich bin stolz, dass das Ergebnis doch so ansehnlich geworden ist. Zu Beginn hätte ich das nicht gedacht, denn ich habe gelesen, nochmal gelesen, nochmal gelesen und nochmal gelesen und am Ende das Gefühl bekom-men, das schaffe ich nie. Man muss an dieser Stelle erwähnen, dass meines Erachtens die Zielgruppe für dieses Buch eher im Bereich Fortgeschritten bis Profi anzusiedeln ist, so zu-mindest mein Eindruck. Die Erklärungen sind teilweise so formuliert, dass es einiges an Grundwissen voraussetzt. Am Ende des Tages wurde ich aber dahingehend eines besseren belehrt, denn ich bin sicher kein Profi, eher die Hobbyschneiderin mit dem Motto "learning by doing". Und ich habe es geschafft, ohne fremde Hilfe, ganz alleine mit dem Buch. Da sag nochmal einer, lesen bildet nicht.....



Zuerst habe ich mir das Material beschafft und die Liste hierzu abgearbeitet. Im Grunde ganz einfach, die meisten Dinge zu besorgen und innerhalb von wenigen Tagen war auch alles da. Den Stoff hatte ich schon länger mal bei Stoff4you bestellt, ist ein windabwei-sender Stoff, außen perlt der Regen ab und innen ist es ein Poly-Gemisch, angenehm zu tragen, da sehr weich. Als Futter wollte ich einen tollen Jersey nehmen, den ich vor einiger Zeit auf einem Stoffmarkt in Freiburg ergattert hatte. Die Erfahrung, die ich in Bezug auf den Futterstoff aus diesem Projekt mitnehme ist die, dass man niemals einen nicht dehnbaren Stoff mit einem elastischen Stoff vernähen sollte! Ja, das sollte man lassen, es schiebt und zieht und zieht und schiebt und man ist im Wechsel den Tränen und der Verzweiflung sehr nahe. 



Dennoch habe ich es geschafft und konnte hier ohne große Widrigkeiten durch das Projekt gehen. Ich habe im Grunde lediglich die Länge der Arme und des Vorder- und Rückenteiles um 3 cm vorgenommen, da es mir sonst zu kurz gewesen wäre. Wie schon oben erwähnt, die Schnitte sind für kleinere Menschen ausgelegt und so muss jeder für sich entscheiden, wie lang er Jacke und Ärmel möchte. Ich hatte mich kurz ausgemessen und festgestellt, dass ich die größte Größe auch von der Weite her benötige. Und am Ende hatte alles gut gepasst, nix kneift und drückt. Insofern kann ich sagen, die Tabelle ist gut gestaltet, was oft nicht der Fall ist.

Fazit: Bei diesem Buch handelt es sich um ein ganz tolles Buch mit viel Anspruch. Ich würde es sicher keinem Nähanfänger empfehlen, aber einer Freundin, die Spaß daran hat, mal etwas Besonderes zu nähen. Die japanischen Nähbücher, ich hab schon einige davon, sind immer sehr genau in ihren Ausführungen und so kann ich diesem Buch eine gute Note geben.

Und damit sich die Jacke noch mit Leben füllt und ihr mir glaubt, was ich hier schreibe, noch ein paar Tragefotos mit Frau drin :)








Dieses Projekt, meine erste richtige Jacke, trage ich jetzt noch schnell zu den Mädels von RUMS und schaue mal, was die anderen Mädels so gezaubert haben.

Und dann hab ich nochmal was tolles kürzlich bei Heidi auf dem Blog ergattert, vielmehr gewonnen - eine Uhr von Mody-Watch, ein junges Unternehmen aus dem Ländle, wie man bei uns hier so schön sagt. Ich durfte mir auf deren Website  ein Zifferblatt mit dazugehörigem Armband aussuchen und diese wurde mir vom Chef persönlich zugesendet. Ich hab mich für braun entschieden, Zifferblatt und auch Lederarmband, hätte aber jede beliebige Farbe wählen können. Na ich würde sagen, passt ja zur neuen Jacke :) Vielen Dank an dieser Stelle für Heidi und die Verlosung und natürlich an Herrn Pritsch, dass er dies möglich gemacht hat.





Dieser Artikel enthält Werbung. Beim Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, auf den Inhalt meiner Rezension hatte der Verlag keinen Einfluss, es wurden hierzu ebenso keine Vorgaben gemacht.

Bilder aus dem Buch "Verschlüsse perfekt genhäht" vom Stiebner Verlag München, Bildrechte liegen allein beim Stiebner Verlag München.

Kommentare:

  1. Deine Jacke ist ja der Hammer . Die finde ich mega gelungen . Gefällt mir sehr an Dir . Kaum zu glauben das die selbst genäht ist . Bin ganz begeistert . Das Dir die Uhr so gut gefällt , freut mich . Ich mag sie .
    Beim Buch bin ich grad zwiegespalten . Hab jetzt auch asiatische Nähbücher ... Leider vergessen manche Verlage das die Größen von den Schnittmustern nicht Europäisch sind . Das stört mich ein wenig . Denn wenn man es nicht weis könnte das in die Buchse gehen ;)
    LG Heidi

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    1. Heidi, das ist ein riesiges Problem, allerdings in dem Buch von Anfang an so beschrieben. Da gab es für mich dann kein böses Erwachen :) Aber im Grundsatz gebe ich dir Recht, es ist ärgerlich, wenn man hier die ein oder andere Anpassung vergisst. Was eben auch ist, dass ich jetzt schon die größte Größe nehmen musste, größer gab es die Jacke gar nicht, also fallen üppigere Damen für das Buch auch raus. Im Buch sind ganz einfache Basic-Teile und das finde ich gut, daher bin ich froh, es zu haben :)

      LG Katrin

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  2. wow, der sieht klasse aus.
    Bei meiner letzten Jacke hab ich oben im letzten Zacken aus versehen rein genäht... jetzt ist der Zacke total kratzig - und kratzt mich auf der Haut *grummel* Da hätte ich das Buch auch gebrauchen können.
    Grüße Sonnenblume

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  3. Holla, das sieht ganz und gar nicht nach Anfänger aus!
    Ich bin eigentlich kein Fan Japanischer Nähbücher. Die, die ich bisher gesehen habe verbreiten immer seltsame Sackschnitte. Dieses sieht recht nützlich aus. Bei Reissverschlüssen gäbe es noch allerhand für mich zu lernen! LG Tutti

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    1. Danke liebe Tutti :) aber doch, bin Hobbyanfängernähbegeisterte und hab erst mit der Geburt meiner Tochter, eigentlich ein halbes Jahr später, angefangen, richtig zu nähen. Vorher waren es mal ein paar Fastnachtskostüme, da ist eine schiefe Naht kein Problem.

      Du hast völlig Recht, auch ich habe hier ein japanisches Säckenähbuch zu Hause. Das hier gehört allerdings wirklich nicht dazu, alles ganz normale Basics und nicht speziell Japen. Wie schon erwähnt muss man lediglich die Längen anpassen, da die japanischen Leutchen etwas kleiner sind als wir Europäer.

      LG Katrin

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