Donnerstag, 30. November 2017

Tunika aus dem Buch "Weekend Style" - eine Buchvorstellung

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Weekend Style

Caroline Hulse
1. Auflage, 128 Seiten
Format: 21 x 27,6 cm Broschur
Stiebner Verlag GmbH, Grünwald
ISBN: 978-3-8307-0976-3
(UVP) € 22,00 [D]



Zur Autorin

Caroline Hulse betreibt erfolgreich einen Näh-Blog und liebt selbst geschneiderte Kleidungsstücke. Neben dem entwerfen und vertreiben von Schnittmustern arbeitet sie auch als Stoffdesignerin.

Carolin lebt mit Mann und Tochter in Texas. "Weekend Style" ist ihr erstes Buch, welches sie auf den Markt gebracht hat.


Zum Inhalt


Das Buch kommt zusammen mit einer CD. Auf dieser sind alle Schnittmuster enthalten und können so bequem nach Bedarf gedruckt werden.

Im Buch gibt es mehrere Kapitel. Beginnend mit dem Allgemeinen Teil über Grundlagen zu den Outfits bis hin zu Glossar, Bezugsquellen und einem kurzen Abbild über die Autorin. 


Rezension

Bereits mit der Einleitung wird klar, hier hält man ein Werk in den Händen, was nicht 0815 zu sein scheint. Die Autorin gibt zu, nicht das Nähen in die Wiege gelegt bekommen zu haben, sondern sie hat sich - wie du und ich - diese Kenntnisse nach und nach angeeignet. Step by Step arbeitete sie sich vor, bis sie schließlich das erste selbst entworfene Kleidungsstück über ihre Website verkaufte. 

Im ersten Kapitel geht es zunächst um das Handwerkszeug, welches man benötigt. Diese Seiten sind nicht wichtig für erfahrene Näherinnen, aber durchaus für die, die sich neu in dieser Materie versuchen möchten. Daher finde ich solche Kapitel der Vollständigkeit halber sehr nützlich. Sehr schön finde ich den Teil, der sich mit den Stoffarten befasst und obendrein noch in einer genauen Übersicht die Pflegehinweise je Stoff aufzeigt.

Auch sehr spannend ist das Kapitel, welches etwas über die Elastizität eines Stoffes erklärt. Die eingefügte Messlatte hilft, die eigenen Stoffe auf diese Eigenschaft hin zu prüfen.



Sehr wichtig und im Buch ebenfalls eingefügt ist eine Maßtabelle. Neben den Maßen ist außerdem noch ausführlich erklärt, wie und wo man Maß nimmt. In den einzelnen Schnitten selbst wird nochmals darauf hingewiesen, welche Maße wichtig sind und wie sie für das entsprechende Outfit die richtige Größe finden.



Hat man sein Projekt gefunden, kann man zu Beginn jeden Schnittes eine Zusammenfassung finden. Hier ist neben allgemeinen Informationen auch etwas über die Wahl des Stoffes, Mengenverbrauch und das benötigte Zubehör zu finden. 



Im Anschluss daran folgt eine Nähanleitung, zuerst die Schritte einzeln beschrieben und parallel nochmals mit Bildern unterlegt. Hier im Buch wurden Grafiken eingefügt, die jedoch so detailliert abgebildet sind, dass man jeden Schritt sehr gut versteht und umsetzen kann.



Im Buch ist vieles Schöne enthalten: Shirts, Kleider, Röcke, Hosen, Taschen und sogar Accessoires wie Gürten, Haarband und Flip-Flos. Es bleiben keine Wünsche offen und mit den Outfits kann das Wochenende kommen - mit großen Schritten.


Mein Projekt

Ich habe mich für das Hängerkleid von Seite 80 entschieden. Da ich allerdings nicht der Typ "Baumwolle" bin, war für mich klar, das Kleid ohne Reißverschluss aus Jersey zu nähen. Ein Herzensprojekt, zumindest betrachtet man den Stoff. Den habe ich von meinen Nähfreundinnen Gisela und Tatjana geschenkt bekommen und nun fand er endlich eine würdige Verwendung.



Den Saumabschluss am Bein fand ich sehr schön gelöst. Hier wird gerüscht was das Zeug hält, ähnlich einem Schnitt, den ich für Marie bereits genäht habe. Daher wollte ich auch an den Ärmeln diese Rüschen fortsetzen. Ich habe also den Beleg dort weggelassen und kurzerhand ebenfalls Rüschen angesetzt, die den Ärmel auf gut 7/8-Länge anpassen.



Das Kleid ist ein Hängerchen, also bewußt in Oversize. Es muss nicht immer slimmy sein, manchmal ist lässig, bequem und viel Freiheit auch ganz hübsch.


Auch die Ärmel sind sehr leger und nicht anliegend, können aber durchaus durch Schnittanpassungen jederzeit geändert werden. 



Für mich ist es kein reines Kleidchen, eher eine Tunika, die ich über Hose & Co tragen möchte. Schal dazu und schon kann es auch in der etwas kühleren Jahreszeit ein täglicher Begleiter sein.



Mit meiner Tunika düse ich gleich rüber zu RUMS.

Fazit

Das Buch ist besonders - besonders schön, besonders besonders würde ich sagen. Selten fiel mir die Wahl des Projektes so schwer, wie mit dem Buch. Es sind alles Projekte, die fix von der Hand gehen und das mag ich sehr. Auch der jeweilige Schwierigkeitsgrad ist so gewählt, dass es auch für Anfänger und Näheinsteiger durchaus machbar ist. Lediglich Grundkenntnisse im Nähen und das notwendige Equipment sollte man besitzen. Dann würde ich sagen: an die Nadel, fertig, los!


Dieser Artikel enthält Werbung. Beim Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, auf den Inhalt meiner Rezension hatte der Verlag keinen Einfluss, es wurden hierzu ebenso keine Vorgaben gemacht.

Bilder aus dem Buch "Weekend Style" vom Stiebner Verlag, Bildrechte liegen allein beim Verlag.

Dienstag, 28. November 2017

Und täglich grüsst.......das Eichhörnchen

Erinnert ihr euch noch an das Shirt mit dem "kleinen Prinz" oder aber den Prinzessinnen auf dem Print? So ein Shirt ist nun auch noch für Marie entstanden, die anderen beiden waren ja von uns verschenkt worden.


Und wer genau hinschaut, sieht auch schon, was ich für Maries Shirt für einen tollen Stoff genommen habe, einen Streichelstoff, der es immerhin geschafft hat, zwei Jahre verschont in meinem Schrank zu bleiben. Der Stoff ist eine Eigenproduktion von Kathi Kunterbunt. Irgendwann, als wie die Familie meines Mannes in Chemnitz besuchten, lud er mich dort aus und ich stöberte in diesem unsagbar tollen kleinen Ladengeschäft und nahm von dieser Eigenproduktion ein paar Meter mit. Traumhaft, in Design und Qualität!


Entstanden wie gesagt nochmal ein Max von Sillyjay, welches für nur 1 Eur zu bekommen ist und unheimlich viele Varianten bereit hält. Es lässt sich so wahnsinnig gut betüddeln und verändern. So bekam es wieder eine Kordel im Vorderteil in Höhe der Unterteilung.


Einfach so, ohne Funktion, nur zum schauen. An den Kordelenden noch zwei Sterne und angenäht einen kleinen Schutzengel für die Maus. Und unten, ja da war dann auch wie beim Shirt für Cora die Möglichkeit, einen Anhänger anzubringen.


Fast ein wenig zu schwer, aber Marie liebt das Teil und er muss immer mit. Nur zum Waschen darf er abgemacht werden.

An einem der Ärmel habe ich wieder meine selbst erstellte Tasche aufgenäht. So kann man auch als Mädchen, sofern man öfters nur Legging oder Rock trägt, ohne Taschen, ein Tempo verstecken, dass man gerade im Moment doch öfters mal braucht.


Auf die Unterteilung habe ich hinten auf dem Shirt diesmal nicht verzichtet und sie analog zu vorne übernommen.


Marie mag ihr neues Shirt sehr, da auch hier wieder alle Bündchen extra breit und lang gemacht wurden von mir. Sie findet es "kuschelig", ohne dass es Kuschelstoff ist :)


Mit dem Shirt geht es heute zu HOT, den DienstagsDingen und zum Creadienstag. Da werde ich mich auch direkt noch ein wenig umschauen, bei einer schönen Morgen-Latte aus unserer Bezzera :)


Mittwoch, 22. November 2017

Freundschaft!

Ja, das ist in Geld nicht aufzuwiegen, Freunde zu haben. Und einen richtig, richtig guten Freund zu finden, ist gar nicht so einfach, zumindest nicht in der Erwachsenenwelt.

Kinder haben es da einfacher, die handeln mehr mit dem Herzen und weniger mit dem Kopf. Daher hat meine Marie, als sie im September in die Schule kam, gleich am ersten Tag eine Freundin gefunden. Da kann man sagen: gesucht und gefunden. Die beiden sind nicht auseinander zu bringen, jede Abholsituation ist der reinste Kampf - Mutter gegen Freundinnen :) Aber irgendwie auch toll und man kann es nur stillschweigend als Erwachsener bewundern, wie schnell und wie tief so eine Freundschaftsliebe doch geht.


Marie kam dann vor kurzem heim und meinte, ob ich nicht ihrer Freundin Cora auch einen Pulli nähen könnte und sie möchte den Stoff dazu aussuchen. Naja, kann ich schon, aber will ich und hab ich Zeit? Ja klar will ich, denn ich bereite anderen gerne eine Freude. Und so stöberte Marie durch mein Stofflager und fand den Prinzessinnenstoff, den sie sich eigentlich mal in Heidelberg im Stoffladen für sich ausgesucht hatte. Den wollte sie anscheinend gerne opfern. Also wurde der auch vernäht.


Heraus kam wieder ein Max von Sillyjay. Der ist so schön flexibel, ich mag den Schnitt. Auch hier wieder die "Winter-Variante", mit extra langen Bündchen am Abschluss und an den Ärmeln.


Außerdem wieder die Tasche für die Kleinigkeiten, die durfte nicht fehlen. Wo soll in der Schule sonst nur der Labello hin :)


Und klar musste noch ein Special an den Pulli. Ich hab mich für eine Schlaufe am Bund entschieden, an die man immer wieder auch was anderes hängen könnte. Zur Überreichung des Geschenkes haben wir einen Anhänger angebracht, mit Glitzer drin und so....

Mit dem Pulli geht es heute noch zu AWS...........

Dienstag, 21. November 2017

Le Petit Prince

Kennt ihr das? Ihr seht einen Stoff und seid schockverliebt. Solche Haben-wollen-Stoffe gibt es oft, doch die, die dann zu gehüteten Schätzen, in Fachkreisen auch als "Streichelstoffe" bezeichnet, gibt es nicht ganz so oft, zumindest nicht bei mir. So ein Streichelstoff war zum Beispiel der mit dem kleinen Prinzen drauf.


Warum ist das nur so? Vermutlich, weil mich diese Figur schon seit der Kindheit meiner großen Tochter begleitet. Und weil die Qualität ein Traum ist und weil er einfach nur wunderbar aussieht, egal, was man daraus macht. Im Grunde auch egal, ist einfach so.


Und so kam es, dass ich ihn angeschnitten habe, um einer Freundin meiner großen Tochter, bei der sie ihr Pferd stehen hat, eine Freude zu bereiten. Ein Dankeschön, für all die Unterstützung, die sie Jennifer rund ums Hottehüh gibt. Sie hat einen kleinen Buben und wie ihr euch denken könnt, sind Bubenstoffe bei mir echt Mangelware. Doch diesen hatte ich noch da, finde ich im Grunde unisex und daher hatte ich ihn damals gekauft, in allen Varianten :) Entstanden ist daraus ein schicker Pulli.


Mit einem Brusteinsatz wirkt das Shirt etwas lässiger und das Muster erschlägt einen nicht gleich. Den Einsatz habe ich nur vorne eingefügt, hinten ist das Shirt nur mit dem gemusterten Stoff gearbeitet. Der Bund ist extra breit gewählt, so wächst das Shirt mit und außerdem ist es dadurch angenehmer zu tragen, ohne dass alles hoch rutscht und der Rücken rausschaut. Im Winter finde ich das wichtig.


Die Ärmel sind auch bewusst extra lang gearbeitet. Außerdem habe ich am Ärmel eine kleine Tasche eingebaut, selbst konstruiert. Hierin kann man Kleinigkeiten verstauen oder aber auch mal ein Taschentuch, was man in der Jahreszeit ja öfters mal braucht. Gerade wenn die Hose keine Taschen hat, ist das super.


Mit dem Shirt geht es heute zu HOT, den DienstagsDingen und zum Creadienstag. Da werde ich gleich mal noch schauen, was die anderen so alles schönes gezaubert haben.

Beim Schnittmuster handelt es sich um das Schnittmuster Max von Sillyjay, welches für nur 1 Eur zu bekommen ist und unheimlich viele Varianten bereit hält.

Dienstag, 14. November 2017

Buchrezension "Selber Flechten!"

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Selber Flechten!
Basics und 31 Schritt-Für-Schritt-Frisuren, die ohne Hilfe gelingen

Christiane Wegner
160 S., Hardcover 
LV.Buch im Landwirtschaftsverlag GmbH
ISBN: 978-3-7843-5450-7
Artikelnr. beim Verlag: 004075
(UVP) € 19,95 [D]



Zur Autorin

Christiane Wegner ist Friseurmeisterin und führt seit mehr als 17 Jahren erfolgreich einen Salon in Münster. Von Zeit zu Zeit arbeitet sie als Dozentin für die Handwerkskammer. Sie ist verheiratet und Mutter von drei Kindern, an denen ihre Flechtkreationen stets ausprobiert werden.

Christiane Wegner hat bereits andere Flechtfrisuren-Bücher herausgebracht wie zum Beispiel "Prinzessinnen-Dutt & Indianer-Zopf" oder "Das geniale Flechtfrisuren-Buch".


Zum Inhalt

Das Buch enthält neben einer Auflistung des benötigten Materials auch viele Grundtechniken und -begriffe. Im Anschluss an die zahlreichen Anleitungen gibt es noch ein Autorenportrait und Video- sowie Stichwortverzeichnis.


Rezension


Mit einer Materialliste geht es los. Bereits auf den ersten Seiten fällt das ansprechende Design des Buches auf. Nicht so starr wie viele andere Anleitungsbücher, sondern sehr modern und locker kommt das Werk daher.



Eine kurze Einführung in die verschiedenen Begriffe rund um den Kopf und den Haarbereich, dann Grundtechniken und schon geht es los ins erste Projekt, die erste Anleitung. Hiervon sind eine ganze Menge enthalten, 31 Stück um genau zu sein.

Unterteilt sind die Anleitungen in eine Materialliste, die Einstufung der Schwierigkeit des Zopfes und der Wort-und-Bild-Anleitung. Außerdem finden sich immer wieder kleine Kästchen mit Tipps auf den Anleitungsseiten.



Durch die vielen Einzelbilder und der dazu vermerkten Vorgehensweise fällt es nicht schwer, den Einstieg zu finden. Mit der Angabe der Schwierigkeitsstufe kann man sich langsam von Leicht bis Schwer an die Materie Flechten herantasten. 



Die Modelle im Buch sind allesamt sehr entzückend. Ein wenig Fingerfertigkeit benötigt man bei solchen Dingen zwar schon, aber kann man gut erlernen. Hier gilt die Devise "Übung macht den Meister" und mit Hilfe dieses Buches kann man üben, üben, üben. 



Viele schöne Flechtideen spornen den Leser auch an, neues auszuprobieren und einfach mal in den Alltag zu integrieren. Es macht Spaß, selbst die Flechterei zu versuchen und es nach ein oder zweimal scheitern dann zu schaffen und ein schönes Ergebnis vor sich zu haben. Mit jedem Versuch werden die Zöpfe schöner und akkurater. 

Für alle, die wieder einmal neuen Schwung in den Frisurenalltag bringen möchte, kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Für alle die, die selten flechten oder gar noch nie selbst geflochten haben, ist das Buch ein gutes Lehrwerk. Also traut euch - ran an den Zopf!


Dieser Artikel enthält Werbung. Beim Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, auf den Inhalt meiner Rezension hatte der Verlag keinen Einfluss, es wurden hierzu ebenso keine Vorgaben gemacht.

Bilder aus dem Buch "Selber Flechten!" vom LV.Buch, Bildrechte liegen allein beim Verlag.

Kuschelweste für die kalte Jahreszeit

Jetzt, wenn es früh dunkel wird und man doch mehr Zeit zu Hause im warmen Wohnzimmer verbringt, geht - bei mir zumindest - die Zeit der Stricknadeln wieder los. Ich brauche irgendwie auch immer irgendetwas in den Händen und zu tun. Also Stricknadeln und Wolle raus und los geht´s. Einige UFOs liegen noch rum, aber auch ein paar unangefangene Projekte.

So auch eine Weste für Marie aus einer wunderschönen Babyalpaka-Wolle. Das Modell-Paket hatte ich im vergangenen Jahr bei Filati online bestellt. Gestrickt war die Weste ganz fix, sie besteht ja nur aus drei Teilen und ist vom Anspruch her sehr anfängertauglich.


Marie findet die Weste super, sie wäre sooooooo schön kuschelig :)


Die Knöpfe oben am Halsausschnitt hat sie sich selbst dazu ausgesucht, aus meiner Knopfschatulle. Die rosafarbenen mussten es sein, was anderes kam nicht in Frage. Und daher hat sie sie heute schon in die Schule anziehen wollen.


Mit Maries neuer Kuschelweste geht es heute zu HOT, den DienstagsDingen und auch zum Creadienstag.

Donnerstag, 9. November 2017

Freehand-Fashion - jetzt wird eigene Klamotte geschneidert

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Freehand Fashion
Die perfekte Kleidung nähen - ganz ohne Schnittmuster
Chinelo Bally

192 Seiten, 1. Auflage
Format 19,3 x 25 cm, Hardcover
Stiebner Verlag GmbH, Grünwald
ISBN: 978-3-8307-0975-6
(UVP) € 29,90 [D]


Zum Inhalt


Das Buch enthält neben allgemeinen Informationen über die Handhabe desselben und zu Nähtechniken und Massnehmen auch Grundmodelle und spezielle Projekte. Ob Oberteil oder Rock, es ist alles dabei, was freehand entworfen und geschneidert werden kann. Bleistiftrock, Maxirock, Ausgehkleid, ein Hi-Low Top und vieles mehr findet sich auf 192 
Seiten.




Zur Autorin

"The Great British Sewing Bee" - wer kennt dieses Fernsehformat nicht. Seit 2013 gibt es dieses Format in England und es wird Jahr für Jahr der beste Hobbyschneider bzw. die beste Hobbyschneiderin gesucht. Durch diese Sendung wurde auch Chinelo Bally bekannt. Mit ihren Freihand-Schnitten begeisterte sie dort nicht nur die Juroren, sondern auch die anderen Mitbewerberinnen. Inzwischen leitet sie viele Workshops und führt erfolgreich einen Blog.


Rezension

Wer möchte das nicht - individuelle Kleidungsstücke nach seinem Gusto herstellen, ohne erst dutzende von fertigen Schnittmustern durchzuprobieren. Das einzige was man vorbereitend tun muss, ist Mass nehmen. Wie das geht, wird im Buch sehr ausführlich beschrieben.



Zu jedem Maß ist ein Markierung am Modell enthalten, damit man auch das richtige Mass nehmen kann. Hinter den jeweiligen Nummern kann man im Buch sogar seine eigenen Masse notieren.


Nach der Einleitung und Einführung in die Freehand-Thematik geht es an die Grundmodelle. Hier wird nochmal aufgezeigt, welche Masse für welches Projekt wichtig sind und wie man mit einfachen Kniffen die Passform optimieren kann. Ein Part, der auch jederzeit auf Fertigschnitte angewendet werden kann.



Ab Seite 65 werden Projekte vorgestellt, beginnend mit einem Maxirock. Doch nicht nur Röcke können Freihand gefertigt werden, auch Oberteile sind im Projektteil enthalten, wie beispielsweise ein Fledermaus-Oberteil.



Dabei zeigt das Buch bereits zu Beginn jeden Projektes verschiedene Varianten und der Phantasie sind hier wieder einmal keine Grenzen gesetzt. In der Einführung zum Projekt ist eine Masse-Liste enthalten. Anhand dieser kann man die benötigten Masse ermitteln und in die Berechnung der Schnitt-Teile einfließen lassen. 



Im Anschluss an die Einleitung werden die Arbeitsschritte nacheinander beschrieben. Das Beste: es sind zu jedem beschriebenen Arbeitsschritt noch aussagekräftige Bilder eingefügt worden. Das macht das Nacharbeiten leicht!




Stück für Stück kann man sich durch das Projekt arbeiten und hält am Ende ein fertiges und völlig freihändig entworfenes Kleidungsstück in der Hand. Auf sich persönlich zugeschnitten, nach seinen ganz eigenen Massen genäht und so gearbeitet, dass es kein anderer in der Form wohl je sein Eigen nennen kann.
Bei mir ist es das Fledermausshirt geworden, mit langen Ärmeln. Ich fühle mich frei in diesem Teil und freue mich über das tolle Ergebnis, welches in kürzester Zeit entstanden ist. Alles in allem habe ich keine zwei Stunden dafür gebraucht.




Und es ist so richtig Fledermaus :)



Obwohl es sehr Oversize wirkt, fühlt es sich durch das Absteppen an der Taille nicht so an. Es trägt sich wie ein Shirt, eben nur mit offenen und breiten Ärmeln.



Den Stoff hatte ich übrig von einem Sale im Stoffhaus in Stockach. 3 Eur hatte damals der Meter gekostet, ich hatte mich üppig damit eingedeckt - jetzt ist alles weg, denn solche Shirts sind echt Stofffresser. Aber ich bin froh, dass ich diesen Stoff gewählt habe, denn er trägt sich sehr angenehm und ich fühle mich wohl als "Fledermaus", auch wenn Helloween schon vorbei ist :)



Da es mal wieder etwas für mich ist, darf mein Shirt heute zu RUMS, wenn auch spät. Aber wie sagt man so schön, lieber spät als nie.

Fazit:

Mit diesem Buch ist es möglich, ganz individuelle Kleidung ohne ein Schnittmuster zu fertigen. Und hier sprechen wir keineswegs nur von kastenförmig abgenähten Pullis oder einfachen Tellerröcken. Einige Projekte sind durchaus Couture und können sich sehen lassen. Hier ist nicht nur Mut, sondern auch viel Kreativität gefragt. Jeder, der sich neu probieren möchte, sollte dieses Werk im Nähzimmer haben. Es macht Spaß, sich hier selbst zu verwirklichen und auszutesten, wie durch einfache Eingriffe in den Schnitt später immer mehr Varianten entstehen. Ich bin begeistert, wieder einmal, denn der Verlag scheint ein Händchen für das Besondere zu haben und bringt mit diesem Buch wieder ein richtig klasse Nähbuch auf den Markt.



Dieser Artikel enthält Werbung. Beim Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, auf den Inhalt meiner Rezension hatte der Verlag keinen Einfluss, es wurden hierzu ebenso keine Vorgaben gemacht.

Bilder aus dem Buch "Freehand-Fashion " vom Stiebner Verlag, Bildrechte liegen allein beim Verlag.

Mittwoch, 8. November 2017

Ein Hoodie aus dem Buch "Jetzt näh ich für mich!"

Kennt ihr das? Süchtig zu sein nach Schnittmustern, nach Büchern und Zeitschriften, nach neuen Schnitten, die eigentlich gar nicht neu sind, nur morderner? Ich bekenne mich dazu, basta! Ja, ich habe gefühlt Milliarden Schnittmuster zu Hause, ebenso viele wie Meter an Stoff. Na und? Macht doch nichts, ich habe zumindest immer das Richtige zu Hause, wenn mir nach Nähen ist :)

Meine Große wollte schon lange mal wieder etwas haben von Mama. Das ist im übrigen das tollste Kompliment, zu sehen, dass eine 19 jährige die selbst gewerkelten Kleidungsstücke von Mama trägt.


Im Urlaub diesen Sommer ist mir dann - wie auch immer das kam - das Buch "Jetzt näh ich für mich!" von MiouMiou in den Einkaufswagen gehüpft. Dann lag es lange rum, denn ich habe ja auf meinen ersten Halbmarathon trainiert. Wie und in welcher Intensität könnt ihr hier nachlesen.

Dann irgendwann das Buch aufgeschlagen und mit Entsetzen festgestellt, dass die Größen nur bis Gr. 44 enthalten sind - Schock! Darauf hatte ich in meinem Kaufwahn überhaupt nicht geachtet und ich finde, das dürfte ruhig gleich dick und fett vorne auf dem Cover stehen, da hätte ich nix dagegen. Also schnell das Kind ausgemessen, normal trägt sie ja 42/44 bzw. L, aber wir wissen ja, das sagt heute nix mehr, alles fällt irgendwie individuell aus.


Und dann der nächste Schock. In den einleitenden Worten im Buch stand geschrieben, dass die Schnitte doch recht körpernah ausfallen, also nix locker, legerer Hoodie, eher eng und körperbetont. Na toll dachte ich und habe die Maße mit der Tabelle verglichen. Tatsächlich ist um die Brust herum das Maß eher knapp bemessen und ganz kamen unsere Maße nicht zusammen. Ich habe ja auch schon länger die Befürchtung, dass der liebe Gott die jungen Mädels heute mit mehr Oberweite beschenkt, als uns damals...........vor 30 Jahren :) Sei es drum, also den Schnitt in der größten Größe kopiert und an der Oberweite etwas Weite dazu gegeben. Nachgemessen und los ging es.


Den Stoff, einen ganz tollen Interlock, hatte sich das Kind schon vorher ausgesucht und ich online bestellt. Er ist traumhaft schön und ich hatte ihn in jeansblau bestellt und kombiniert mit einem Ankerdruck derselben Serie. Auch der Bündchenstoff ist passend dazu bestellt worden. Ich liebe Shops, die einfach immer auch die richtigen Empfehlungen in ihrer Shopware hinterlegt haben. So kommt es nur selten zum Fehlkauf.


Am Ende kam ein schöner Hoodie heraus, der dem Kind gefällt und der vor allem auch passt. Nur kleiner hätte er nicht sein dürfen an der Brust, jetzt geht er gerade so. Und er wird hoffentlich nun oft getragen und sich darin eingekuschelt. Potential hat er jedenfalls.


Der Schnitt an sich ist schön, gerade mit dem Einsatz über der Brust, der macht den Hoodie nochmal besonders. Die Anleitung habe ich nicht benötigt, da sich ein Hoodie wie der andere nähen lässt und das ein Kleidungsstück ist, dass ich schon ein Dutzend mal genäht habe. Insofern kann ich nicht sagen, wie gut oder schlecht hier ein Neuling mit dem Buch zu Recht kommt. Die Auswahl der Schnitte ist schön, daher hatte ich mir das Buch ja auch gekauft. Auch ich möchte mir ein oder zwei Pullis aus dem Buch nähen, sobald ich die Zeit finde und die "Altbestellungen" alle abgearbeitet sind. Nach meiner Laufsaison fehlt mir noch ein wenig die Motivation zum Nähen, aber es wird. Die Taschen finde ich im übrigen nicht ganz so schön, denn durch die Form klaffen sie etwas auf und nein, das liegt nicht rein am Stoff, sondern an der Art, wie es genäht wird, ohne Bündchen und nur mit doppelter Stofflage und abgesteppt und dann noch ein relativ großer Bogen. Bei meinem Hoodie teste ich das mit Bündchen, den ich zwischen die beiden Lagen (Innen- und Außentasche) unter leichtem Zug anbringen werde. Dann schmiegt es sich besser an den Eingriff der Tasche an. Erfahrung macht klug gel :)

Mit dem Hoodie geht es heute zu AWS und Mittwochsmagich.